Dorffunk 03/2021

Liebe Molschleberinnen, liebe Molschleber, 

bereits am Sonntag, den 7. Februar 2021 lagen in Molschleben bestimmt
25 cm Neuschnee und die kommende Nacht sollte noch einmal viel Schnee bringen. Während am Sonntag, wo kaum einer mit dem Auto weg musste, der neue Schnee für Winterfreuden sorgte, änderte sich die Situation am Montag, den 8. Februar. 

Schon ein Blick aus dem Fenster sagte, dass heute einige ihren Weg zur Arbeit nicht antreten können und die Schneemassen an vielen Stellen zu Problemen führen würde, der Verkehr in der Ortslage und auf Landstraßen erst mal schwer bis gar nicht möglich sein würde.

Keiner ist heutzutage noch auf solche Schneemengen vorbereitet, da die vergangenen Winter eher schneearm waren.
Auch die Gemeinde verfügt weder über Technik, noch ausreichend Manpower, um hier schnell und überall den Schnee zu räumen. 
Man möchte sich nicht ausmalen, was passiert, wenn in so einer Situation Unglücke passieren, Menschen Hilfe brauchen und Feuerwehr und Rettungsdienste nicht an den Ort kommen, wo sie dringend benötigt werden. 

Auf meine Anfrage bei der hiesigen Agrar-gesellschaft, der HAB GmbH, wurde seitens des Geschäftsführers Herrn Steffen Wittki sofort die Bereitschaft erklärt, die Gemeinde bei den Räumungsarbeiten zu unterstützen. Es hieß: „Als hier ansässiger und verwurzelter Agrarbetrieb ist es für uns eine Selbstverständlichkeit die Gemeinde mit Technik und Mitarbeitern zu unterstützen. Sobald wir unsere Stallanlagen geräumt haben, um den Zugang zu den Ställen und damit Versorgung der Tiere zu sichern, stehen wir bereit. Wir werden auch die Verbindungsstraßen zwischen den Ortschaften früh abfahren und Schneewehen zurück schieben !“ 


Dankbar nahm ich dieses Angebot an, denn an manchen Stellen kamen auch die vielen fleißigen Schneeschipper an ihre Grenzen. 

An den darauf folgenden Tagen wurden gemeinsam mit den Mitarbeitern der Gemeinde, Straßen geschoben, in engen Gassen, auf Plätzen, vor der Schule wurden Schnee abgefahren, um wieder Bewegungsfreiräume zu schaffen. 

Auch die Zufahrt zum Feuerwehrgerätehaus wurde mit hoher Priorität und Dank Hilfe der HAB GmbH schnell von Schnee geräumt, um für einen eventuellen Einsatz auch einsatzbereit zu sein. Man darf dabei nicht vergessen, dass mit diesen Arbeiten auch Risiken verbunden sind, welche die Mitarbeiter und die Firma auf sich nahmen. Da stehen PKW´s am Straßenrand, Kurven sind eng, Zäune und Häuser könnten Schaden nehmen. Menschen suchen sich gleichzeitig Wege durch den Schnee. Wir danken für die umgehende Unterstützung der HAB, insbesondere den Mitarbeitern Maximilian Oschmann, Felix Hopf und Oliver Schönemann für ihren Einsatz und ihr besonnenes Vorgehen. 

Aber der Dank gilt auch vielen Einwohnern und Einwohnerinnen, die gemeinsam gegen den Schnee kämpften und dafür sorgten, dass bereits Montag Mittag viele Straßen wieder befahrbar waren. Manche Anwohner konnten mit Technik unterstützen und so an einigen Stellen Muskelkraft durch Technik ersetzen. Vielen Dank dafür ! Das war
ein großartiger Einsatz von Allen ! 
 

In so einer Ausnahmesituation sieht man wieder wie wichtig es ist gemeinsam die Arbeit anzupacken. Wie gut eine funktionierende Nachbarschaft ist, wo jeder jedem hilft und das man zusammen alles schaffen kann.  

Natürlich gab es auch Beschwerden, telefonisch, per Mail oder einfach Frust und Gemecker in den Straßen. Fehlendes Verständnis und Forderungen an die Gemeinde, die wir nicht leisten konnten. Aber das waren nur ein paar wenige Stimmen und darüber will ich mich gar nicht weiter ärgern. Vielleicht kommt die Einsicht auch bei diesen Leuten, das auch Bürgermeister und Gemeindearbeiter nicht zaubern können. 

Vielleicht überdenken manche Leute ihr Verhältnis zur Nachbarschaft und ziehen das nächste Mal an einem Strang, auch wenn man sich nicht besonders leiden kann. Jeder hilft jedem und wenn man selbst mal Hilfe braucht, wird auch der Nachbar ohne große Worte unterstützen. 

Wenn das Amtsblatt erscheint, wird der Schnee wahrscheinlich schon wieder weg sein und auch die Situation mit dem Tauwasser werden wir bestimmt in Griff gekriegt haben. 

Die Sonne scheint schon wieder öfters, abends ist es wieder länger hell und der Frühling steht vor der Tür … und vielleicht erlaubt es die Gesamtsituation, das man optimistisch in die Zukunft schauen kann und sich auch mal wieder für gemeinsame Aktionen treffen kann. 

Ihr Bürgermeister
Marcel Struppert