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Unsere Kirche - St. - Peter - Pauls - Kirche



Die Kirche in Molschleben besitzt einen interessanten Hochaltar der aus drei Tafeln besteht.

 

Die heutige Kirche hatte an gleicher Stelle einen Vorgängerbau aus dem 8. oder 9. Jahrhundert. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts soll das Gebäude so baufällig gewesen sein, dass es abgerissen werden mußte. An gleicher Stelle wurde die heutige spätgotische Sankt-Peter-Pauls-Kirche gebaut. Der gesamte Bau wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet. Der östliche Teil, der Chor mit seinen schönen gotischen Fenstern wurde 1500 fertiggestellt. Dies wird durch einen Reliefstein an der Südostecke bestätigt.

Der Text lautet: Anno dm MCCCCC copletue noc opus, das heist: Im Jahre des Herrn 1500 wurde dies Werk vollendet.

In den Jahren 1528 und 1552 wurde das Kirchgebäude in westlicher Richtung erweitert. An den unterschiedlichen Dachhöhen gut erkennbar. Die Anbauten auf der Nordseite sind späteren Ursprungs. Von Ost nach West hat die Kirche eine Länge von 28,8m und eine Breite von 8,3m. Der Kirchturm auf der Nordseite wurde 1552 fertiggestellt. Das Jahr ist oberhalb des Turmes gut sichtbar in Stein gemeißelt. Der starkwandige Turm hat die Seitenlängen von 4,5m x 4,3m und eine Höhe von 37m. Im Erdgeschoss befindet sich die Sakristei mit Kreuzgewölbedecke. Der gesamte achteckige obere Teil des Turmes, der rundum mit Schiefer gedeckt ist, stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Im Laufe der Jahre geriet der Aufbau in eine bedrohliche Schieflage. Eine Rundumreparatur und eine neue Vergoldung der Wetterfahne und des Turmknopfes lassen den Kirchturm heute im neuen Glanze erstrahlen. Der Turm und die Glocken sind Eigentum der Gemeinde. Der Bau soll von der Gemeinde finanziert worden sein. Ein weiterer Reliefstein befindet sich über der Eingangstür an der Südseite. Dieser Stein in neuklassischer Form mit der Aufschrift M.F.H.J. 1726 weist auf die Herstellung der Tür und einer Gesamtreparatur der Kirche hin. 1828 fanden abermals größere Reparaturen am Bauwerk statt. Vor der Reformation gehörte Molschleben zum Bistum Mainz. Molschleben nahm in der Region eine besondere Stellung ein. Aus einem Register des Jahres 1506 geht hervor, dass zum Dekanat Molschleben die größeren Pfarreien Burgtonna, Ballstädt und Bufleben gehörten, sowie die mittleren Pfarreien von Eschenbergen, Tröchtelborn, Zimmernsupra, Friemar, Aschara, Westhausen, Pfullendorf, Hausen, Bienstädt, Töttelstädt, Offhausen - mit dem Vermerk: mortus, dh. Eingegangen, - Neuß: dazu gehörten auch die Vikareien der Marienkapelle in Burgtonna, die Frühmessnerei in der Pfarrkirche zu Friemar, der Kapelle in Ballstädt und der Niko-laus - Kapelle in Molschleben. Seit 1628 wird ein Kirchenbuch geführt, in dem Trauungen, Taufen, Geburten und Sterbefälle aufgezeichnet werden.


Der alte Friedhof um die Kirche wurde bis 1949 genutzt. Nach dem Tode Pfarrer Traugott Gebhards, bewarb sich 1868 sein Sohn Hermann Gebhardt um das Pfarramt in Molschleben. Er wurde bei seinem Einzug in den Ort von den Einwohnern und einer Musikkapelle freundlich begrüßt. Dieser neue Pfarrer wurde durch die Veröffentlichung einiger Bücher und Schriften, die er selbst verfasst hatte weit über die Grenzen des Gothaer Landes bekannt. Sein erstes Werk "Die Auferstehung Christi und ihre Gegner" erschien 1864 in Gotha. Das bekannteste war wohl das Buch "Zur bäuerlichen Glaubens- und Sittenlehre".

Am 30. September 1879, bei der Gründung der Thüringer Kirchlichen Konferenz wurde Pfarrer Gebhardt in den Vorstand gewählt. 1893 erhielt er als Anerkennung für seine Arbeiten von Herzog Ernst II. das Ritterkreuz des Ernestinischen Hausordens II. Klasse. Zum 200. Gründungsjubiläum der Universität Halle im August 1894 wurde Pfarrer Gebhardt die theologische Ehrendoktorwürde verliehen. Im gleichen Jahr veröffentlichte er "die Molschlebener Kirchen-Dorfchronik". Am 1. November 1896 ging Hermann Gebhardt aus gesundheitlichen Gründen im Alter von 72 Jahren in den Ruhestand. Am 28. April 1899 starb er in Gotha. Eine Gedenktafel an der Südwand der Molschlebener Kirche wurde zur Erinnerung an die beiden Pfarrer, Vater und Sohn Gebhardt angebracht. Der ursprüngliche Stein war im Laufe der Zeit verwittert, aus diesem Grunde wurde eine neue Tafel mit gleichem Text über der alten angebracht.



Pfarrer Hermann Gebhardt
(1824 - 1899) im Alter von
71 Jahren


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