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Molschleben zur Zeit Napoleons

Nachdem sich Napoleon Bonaparte am 2. Dezember 1804 selbst zum Kaiser gekrönt hatte, bereitete er den Feldzug gegen seine Nachbarstaaten vor. Am 12. Juli 1806 gründete er den Rheinbund mit 16 Deutschen Fürsten, die sich damit vom noch existierendem Deutschen Kaiser und Reich lossagten. Ein Grund dafür war die Zusage Napoleons, dass sie nicht entthront würden und sie ihre Fürstentümer behalten könnten. Auch der Gothaer Herzog August hatte sich zusammen mit Sachsen dem Rheinbund angeschlossen.

Der damalige Deutsche Kaiser Franz von Österreich legte am 6. August 1806 die deutsche Kaiserkrone nieder. Damit löste sich das Heilige Römische Reich Deutscher Nation auf. Von allen deutschen Ländern stand Preußen Napoleon allein gegenüber. Das Herzogtum Gotha hatte sich durch den Beitritt zum Rheinbund mit Napoleon verbündet und war dadurch verpflichtet, Soldaten für seine Feldzüge zu stellen. Am 16. und 17. Oktober 1806 lagerten 20000 Franzosen zwischen Gierstädt und Witterda. Französische Soldaten, die sich im Herzogtum Gotha und anderen verbündeten Kleinstaaten auf Landstraßen bewegten, waren strengen Verhaltensregeln unterworfen. Am 12. November 1806 kam vom französischen Generalstab ein schriftlicher Befehl heraus, wie sich französisch Soldaten zu verhalten haben. Jeder Soldat, ob bei der Infantrie oder Kavallerie darf sich nur auf den vorgeschriebenen Marschrouten bewegen. Jeder, der dieser Anordnung zuwieder handelt, wird arretiert, einer militärischen Kommission zugeführt und bestraft.

Offiziere und Unteroffiziere waren für das Verhalten ihrer Soldaten verantwortlich. Proviant durfte nur in bestimmten Etappenorten verlangt werden. Soldaten, die sich gehässigen und strafbaren Ausschweifungen schuldig gemacht hatten und so eines französischen Soldaten unwürdig waren, wurden vom Kommandanten arretiert. Soldaten, die einzeln marschierten und hinter der Kolonne zurück blieben, wurden ebenfalls arretiert. Dieser Befehl an die Soldaten der französischen Armee wurde in französischer und deutscher Sprache gedruckt und bekannt gegeben. Unterzeichnet wurde der Befehl vom Kriegsminister Marschall Alex Berthier und dem Oberst-Kommandant in Gotha Leclerc. Molschlebener zogen 1809 mit dem bekannten Thüringer Infanterie-Regiment Nr. 95 nach Tirol und kämpften auf französischer Seite gegen die Tiroler Bauern, die unter Führung des heldenhaften Andreas Hofer gegen die bayrische und französische Besatzung aufstanden. In der sogenannten "in der sogenannten Sachsenklemme". in Tirol wurden dem Regiment Nr. 95 hohe Verluste zugefügt.

Auch der Adlige Oberst Wilhelm Sigismund von Henning aus Wandersleben kam hier ums Leben. Der Kampf um Tirol endete 1809 nach 5 Tagen mit einer Niederlage für die Franzosen und ihrer Verbündeten. Sie wurden aus dem Lande vertrieben. Die Tiroler machten 6000 Gefangene. 1810 und 1811 kämpften Molschlebener mit in Spanien, wo die meisten ums Leben kamen. 1812 marschierte das 95er Regiment, dem auch wieder Molschlebener angehörten, von Hamburg aus bis nach Königsberg und Vilnjus in Litauen. Das gesamte Napoleonische Heer umfasste 600000 Mann. Nach der Niederlage des Napoleonischen Heeres vor Moskau traten 1812 die Reste der demoralisierten Streitmacht, 50000 Soldaten ausgehungert bei Kälte und Schnee den Rückzug an.

Von den Molschlebern kehrte keiner wieder nach Hause zurück. Napoleons Offiziere marschierten mit weichen und strapazierfähigen Stiefeln aus Robbenleder durch ganz Europa. Dafür wurden ganze Kollonien von Seelöwen ausgerottet. Am 19. Oktober 1813 wurde Napoleon von den verbündeten Armeen in der Völkerschlacht bei Leipzig geschlagen. 120000 Soldaten kamen ums Leben. Im Laufe der Kämpfe lief die unter Napoleon kämpfende sächsische Armee, der auch Molschlebener angehörten zu den verbündeten über. Kurze Zeit nach der Niederlage Napoleons löste sich der