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   gemeinde - Pfingstreiten in Molschleben  

 

Das Traditionsfest

Anlass war die Rettung der Gemeinde Molschleben durch
die List eines Lehrers, damals"Schulmeister"genannt. Der
Ort sollte gebrandschatzt werden und kein Stein auf dem
anderen bleiben, denn Molschleben lag an der alten
Heeresstraße Frankfurt/ Main -Magdeburg und hatte so
durch den Krieg schwer zu leiden. In der vor den Toren des
Dorfes stattfindenden Schlacht wurde der deutsche
General Breitenthal vom schwedischen General
Königsmark (Torstenson) geschlagen und als triumphalen
Sieg sollte das Dorf gebrandschatzt und der Vernichtung
preisgegeben werden.

Alles Bitten und Flehen um Gnade half nichts und als Spott
und Verhöhnung konnte die Forderung des schwedischen
Generals angesehen werden: Wenn von einer Stute 30
buntgescheckte Fohlenden Schweden überlassen würden,
wollte man den Ort verschonen.

Da hatte der damalige Schulmeister die rettende Idee. Der
Lehrer ließ aus einer Weide 30 Ruten schneiden, aus denen
symbolisch 30 Pferdchen geschnitzt und die dann mit
bunten Bändern verziert wurden (die noch heute so
genannten "Buntschecken"). 30 Schuljungen auf diesen
Ersatzfohlen zogen mit dem Schulmeister, der den
ebenfalls geschmückten Weidenbaum trug, zum General
Königsmark und baten um Gnade für ihr Heimatdorf.
Der Anblick der Kinder soll den General so gerührt haben,
das er das Dorf verschont habe und weiter gezogen sei.

Aus dieser Gnadenprozession wurde der heutige
Festumzug !
Der Überlieferung nach wird er seit dieser Zeit alljährlich
(dieses Jahr zum 358 sten Mal) zuPfingsten gefeiert um so
an die Rettung des Dorfes zu erinnern und die geniale Idee
des Dorflehrers zu würdigen.

Diesen seit dieser Zeit üblichen Umzug führt ein Reiter in
historischer Uniform an, eine Erinnerung an den westfälischen
Frieden 1648, der von Reitern verkündet wurde. Dann folgt eine
von Jugendlichen getragene und mit bunten Bändern
geschmückte Fichte.

Danach kommen die größeren Schuljungen mit Hellebarden
und die jüngeren mit den "Buntschecken", voran ihr Lehrer
bzw. "Kantor" im "Gehrock"! Diese Weidenruten werden
alljährlich als Steckenpferdchen neu geschnitzt, mit bunten
Bändern verziert und den Kindern zum Umzug bereitgestellt.